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Grundlagen Fotografie – Belichtungszeit

Sobald man sich in der Fotografie näher mit den manuellen Einstellungen seiner Kamera beschäftigt, kommt man um das Thema Belichtungszeit nicht herum.

Was ist das?

Mit Belichtungszeit ist die Zeitspanne gemeint, in der ein Medium dem Licht ausgesetzt wird. In der Fotografie spricht man von Verschlusszeit, da die Länge der Öffnung der Kameralinse die Zeit bestimmt, in der Licht auf den Sensor fällt.

Eine lange Verschlusszeit bedeutet, dass der hörbare Klick nach Betätigung des Auslösers zeitverzögert kommt, während er bei einer kurzen Verschlusszeit früher zu hören ist.

Bei einer kurzen Verschlusszeit wird dementsprechend weniger Licht auf den Sensor gelassen, sodass das Bild dunkler wird; bei einer langen wird es heller.

Wozu brauche ich das?

Die Verschlusszeit ist zum einen aus praktischen Gründen von Nutzen: wenn die Situation eher dunkel ist, kann ich das Bild durch eine längere Verschlusszeit aufhellen; ist es draußen sehr hell, schützt eine sehr kurze Verschlusszeit hingegen vor überbelichteten Bildern. Im Zusammenspiel mit der Blende muss die Verschlusszeit zudem dort getroffene Veränderungen ausgleichen: wenn man eine helle Situation mit weit offener Blende fotografiert, muss der Lichteinfall über die Verschlusszeit soweit verringert werden, dass das Bild nicht zu hell wird. Andersrum gilt das natürlich genauso.

Wichtig wird die Verschlusszeit auch immer dann, wenn man sich bewegende Objekte festhalten möchten, also unter Anderem in der Sport-, Tier- und Kinderfotografie. Eine sehr kurze Verschlusszeit friert den Moment ein und sorgt für scharfe Aufnahmen, wohingegen eine lange Verschlusszeit dazu führt, dass die Bewegungen fließender, aber auch verschwommener werden. Im Gegenzug bedeutet das natürlich, dass man bei einer notwendigen hohen Verschlusszeit viel Licht benötigt.

Als gestalterisches Mittel

Die Tatsache, dass eine lange Verschlusszeit dazu führt, dass Bewegungen verschwimmen, kann in einigen Bereichen der Fotografie als gestalterisches Mittel eingesetzt werden. Beim Fotografieren von Wasserfällen z.B. möchte man oft das Bild nicht einfrieren, sondern die Fließbewegung festhalten. Dies wird durch eine lange Verschlusszeit erreicht. Wichtig ist dabei, dass durch die lange Verschlusszeit andere Gegenstände (z.B. Bäume) verwackeln können, sodass es oft notwendig ist, dieselbe Szene mit unterschiedlichen Verschlusszeiten einzufangen und nachher zu einem Bild zusammen zu fügen.

Auch in der Astrofotografie werden oft beeindruckende Bilder geschaffen, indem Sterne oder Sternschnuppen mit einer langen Verschlusszeit aufgenommen werden und so Spuren hinter sich her ziehen. Ähnliches wird in der Sportfotografie manchmal in Form einer Bewegungsunschärfe hervorgerufen.

Es lohnt sich also, sich mit den Auswirkungen der Belichtungszeit auseinander zu setzen und diese am besten in der Praxis selbst zu erproben. So lernt man einerseits ihren praktischen Nutzen für die optimale Belichtung des Bildes kennen, kann aber auch seinen eigenen gestalterischen Stil erproben.

 

Grundlagen Fotografie – Die Blende in der Fotografie

Sobald man sich in der Fotografie näher mit den manuellen Einstellungen seiner Kamera beschäftigt, kommt man um das Thema Blendeneinstellung nicht herum.

Was ist das?

Die Blende befindet sich im Objektiv und besteht meistens aus Lamellenblechen, die sich ineinander verschieben um den Lichteinfall im Objektiv zu regulieren. So kann man manuell bestimmen, wie viel Licht bei jeder Aufnahme in die Kamera fällt.
Dementsprechend ist ein Zusammenspiel zwischen Blendeneinstellung und Belichtungszeit notwendig: wenn wegen der Blendeneinstellung wenig Licht in die Kamera gerät, muss dies durch eine längere Belichtungszeit ausgeglichen werden.
Die Blendeneinstellung wird in der Kamera mit Werten wie f/2,8 oder f/11 dargestellt. Das ist etwas verwirrend, denn ein niedrige Zahl bedeutet, dass die Blendenlamellen weit geöffnet sind und viel Licht ins Objektiv gelassen wird, während eine hohe Zahl eine kleine Blendenöffnung anzeigt.

Es gilt daher:
Je kleiner, desto offener. Je größer, desto geschlossener.
Wie weit sich die Blende öffnen lässt, ist von der Qualität des verwendeten Objektivs abhängig. Man spricht von besonders lichtstarken Objektiven, wenn diese zu sehr kleinen Blendenzahlen fähig sind, also beispielsweise Werten wie f/1,4 oder f/1,8. Die Lichtstärke spielt eine wichtige Rolle im Preis des Objektivs.

Wozu brauche ich das?

Die Blendeneinstellungen sind in der Fotografie einerseits natürlich für die Belichtung des Bildes relevant. Je dunkler es draußen ist, desto mehr verhilft eine weit geöffnete Blendenöffnung (also eine kleine Zahl!) zu einem gut belichteten Foto. Möchte man jedoch die Blendenlamellen in sehr hellem Licht weit öffnen, muss man das Bild durch eine erhöhte Belichtungszeit und möglichst geringe ISO-Werte wieder abdunkeln.
Eine ganz besondere Rolle spielt die Blendenöffnung jedoch in der Potraitfotografie. Hier ist es in der Regel erwünscht, die Person besonders scharf und den Hintergrund besonders unscharf erscheinen zu lassen. Man spricht dann von einer geringen Schärfentiefe, oder einem Bokeh. Dies wird durch das Öffnen der Blendenlamellen erreicht.

Der Merksatz wird daher erweitert:
Je kleiner, desto offener, desto weniger Schärfentiefe. Je größer, desto geschlossener, desto mehr Schärfentiefe.

So schön ein tolles Bokeh auch ist, man muss jedoch bedenken, dass bei einer geringen Schärfentiefe auch nur ganz geringe Teile des Motivs scharf sind. Bei einer Blendenzahl von f/1,8 ist z.B. in der Hundefotografie nur noch ein Auge scharf, der Rest verschwimmt schön in der Unschärfe. Das ist jedoch problematisch, wenn das Motiv nicht still hält, oder zu weit weg ist: mit einer niedrigen Blendeneinstellung muss man sehr genau treffen um das scharf zu bekommen, was man scharf haben möchte. Bilder in Bewegung schießt man daher z.B. eher mit einer Blendenzahl von ca. f/4.0
Wer in der Fotografie voran kommen will, wird sich früher oder später mit der Blendeneinstellung als gestalterisches Mittel beschäftigen müssen. Wie so oft hilft es am besten, wenn man einfach mal ausprobiert, wie sich welche Einstellungen auf das Bild auswirken.

Grundlagen Fotografie – Was ist ISO?

ISO von früher

Der Bedeutung dieses Begriffs beschreibt den Standard der Internationalen Organisation für Normung bei der Fotografie. Früher war es die Maßeinheit für die Empfindlichkeit eines Films. In einer Situation mit wenig Licht war ein Film mit einem größeren Wert notwendig.

Ein größerer Wert bedeutete auch ein gröberes Korn des Films und damit verbunden eine höhere Lichtempfindlichkeit. Der Nachteil: das gröbere Korn führt zu einem weniger feinen Bild. Bei einer grundlegenden Veränderung der Lichtsituation war es früher nicht möglich den Wert einfach umzustellen. Es gab nur zwei Alternativen. Entweder musste der Film gewechselt werden oder der Fotograf arrangierte sich mit den jeweiligen Nachteilen des gerade genutzten Films.

ISO von heute

Heute ist es nur noch ein Konzept. Während Blende und Belichtung noch tatsächlich Mechanik haben, die in der Kamera eingebaut sind, und die durch die eingestellten Werte beeinflusst werden, ist es heute ein Stück Software. Der Sensor in unserer Kamera ist immer der gleiche, egal ob der Wert 100 oder 400 eingestellt ist. Er liefert immer ein elektrisches Signal, was digital verarbeitet wird.

Probleme mit dem Licht

Hier beginnt das Problem mit dem Wert. Jedes elektrisches Signal rauscht. Vergleichbar ist das mit dem Effekt von einer Stereoanlage. Bei einer hohen Lautstärke ist das Rauschen deutlich zu hören. Solange im Musikstück genug Energie steckt, tritt das Rauschen in den Hintergrund. Sobald eine ruhigere Stelle in der Musik vorkommt, ist das Rauschen deutlich wahrnehmbar.

Beim Foto verhält es sich ähnlich. An Stellen mit viel Licht ist viel Energie. Das Rauschen ist nicht wahrnehmbar. In den dunkleren Abschnitten dagegen ist das Rauschen leichter zu erkennen. In den dunkleren Bildteilen ist der Abstand zwischen dem Signal, also dem tatsächlich auf den Sensor fallenden Licht und dem Rauschen geringer, als in den hellen Abschnitten des Bildes. Diesen Abstand nennt man Signal-Rausch-Abstand.

Es gibt auch ein zweites Konzept, dass wir betrachten müssen, um den ISO zu verstehen. Dabei geht es um die Wahrnehmungsschwelle. Solange das Rauschen unter 5 % bleibt schafft es das Rauschen sozusagen nicht auf das Foto.

Der richtige Wert

Wenn der Wert auf der Kamera erhöht wird, passiert nichts anderes, als dass das Signal, das vom Sensor geliefert wird, aufgeputscht wird. Dabei wird leider nicht nur das Nutzsignal verstärkt, sondern leider auch das Rauschen. Es kann passieren, dass das Rauschen über die Wahrnehmungsschwelle hüpft und dann auf unserem Foto als Rauschen sichtbar wird. Mit dem Film von früher hat das nicht mehr viel zu tun. Richtiger müsste es Verstärkungsfaktor heißen.

Das Problem der Farben im dunklen Raum

Farben in einem dunklen Raum sind bei wenig Licht deutlich schwerer zu unterscheiden. Zwar kann das menschliche Auge und eine Kamera nicht direkt verglichen werden, aber genauso wie bei dem Rauschen, kann die Wellenlänge der Farbe Rot die von einer Blüte in einem dunklen Zimmer reflektiert wird im Rauschen der anderen Wellenlängen untergehen. An diesem Punkt sind Farben nicht mehr ohne weiteres zu unterscheiden.

Unter einer hohen Einstellung leidet immer die Bildqualität durch das Rauschen und durch die schlechtere Farbwiedergabe. Auch verursacht durch eine insgesamt geringere Dynamik. Die beste Bildqualität bietet ein möglichst geringer Wert und das kann in vielen Fällen vorkommen. Auch wenn die Sensoren der Kameras ein immer besseres Grundsignal bieten und damit ganz fantastische Verstärkungen möglich werden, ist irgendwann ein Ende erreicht.